Weidezelt vs. Offenstall – Was ist besser für dein Pferd?

die richtige Wahl hängt von deiner Situation ab
Im Vergleich Weidezelt vs. Offenstall gibt es keine pauschale Antwort. Beide Systeme bieten Pferden artgerechten Witterungsschutz und können die Anforderungen der BMEL-Leitlinien erfüllen.

Inhaltsverzeichnis

Lesezeit: 9 Minuten | Stand: 14. Februar 2026

Ein Weidezelt oder Offenstall bietet Pferden auf der Weide den nötigen Schutz vor Wind, Regen und Sonne. Beide Systeme gelten als artgerechte Haltungsform, unterscheiden sich aber grundlegend in Bauweise, Kosten und Genehmigungspflicht. Während ein Weidezelt als mobile Lösung innerhalb weniger Stunden steht, ist ein Offenstall eine dauerhafte Investition mit Fundament und Bauantrag. Dieser Vergleich zeigt, welche Variante sich für welche Situation am besten eignet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mobilität: Ein Weidezelt lässt sich jederzeit abbauen und versetzen – ideal für Pächter und gemietete Weideflächen.
  • Kosten: Weidezelte gibt es bereits ab rund 750 € (Profizelt24), ein gebauter Offenstall kostet schnell 5.000 € und mehr.
  • Genehmigung: Weidezelte gelten als fliegende Bauten und sind unter 75 m² in der Regel genehmigungsfrei. Ein Offenstall benötigt fast immer eine Baugenehmigung.
  • Tierschutz: Die BMEL-Leitlinien zur Pferdehaltung (Stand 2009) fordern Witterungsschutz für alle Pferde – beide Systeme können diese Anforderung erfüllen.
  • Winterfestigkeit: Ein gut verankertes Weidezelt mit PVC-Plane (550–900 g/m²) bietet ganzjährigen Schutz. Ein Offenstall aus Holz dämmt zusätzlich.

Was ist ein Weidezelt?

Ein Weidezelt ist ein mobiler Unterstand für Pferde und andere Weidetiere. Die Konstruktion besteht aus einem feuerverzinkten Stahlgestell in Rundbogen-Bauweise, das mit einer robusten PVC-Plane bespannt wird. Anders als ein fester Stall braucht ein Weidezelt kein Fundament – die Standsicherheit wird über Erdanker oder Bodenanker gewährleistet.

Die gängigen Größen reichen von kompakten Modellen (3,3 × 3,2 m) für ein bis zwei Pferde bis hin zu großen Varianten (8 × 8 m) für kleine Herden. Typisch ist eine offene Bauweise mit ein bis zwei geschlossenen Seiten, wodurch eine natürliche Luftzirkulation entsteht. Die PVC-Plane ist wasserdicht, UV-beständig und reißfest – vergleichbar mit einer LKW-Plane. Wer sich für die richtige Befestigung des Weidezelts interessiert, findet bei uns einen ausführlichen Ratgeber dazu.

Was ist ein Offenstall?

Ein Offenstall (auch Offenlaufstall) ist ein festes Stallgebäude mit permanentem Zugang zu einem Außenbereich. Die Pferde können frei zwischen dem überdachten Liegebereich und dem Auslauf wechseln. Laut der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) trifft die Bezeichnung Offenstall zu, sobald ein permanenter Zugang zu Außenbereichen gegeben ist.

Offenställe werden meist aus Holz oder in Modulbauweise errichtet und stehen auf einem Fundament oder einer Bodenplatte. Sie bieten Platz für verschiedene Funktionsbereiche wie Liege-, Fress- und Bewegungsflächen. Laut FN sollten in der Gruppenhaltung mindestens 100 m² Bewegungsfläche plus 12 m² Liegefläche pro Pferd eingeplant werden.

Weidezelt Offenstall im direkten Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen Weidezelt und Offenstall auf einen Blick:

KriteriumWeidezeltOffenstall (fest gebaut)
BauweiseMobil, Stahlgestell + PVC-PlaneFest, Holz/Stahl mit Fundament
AufbauzeitWenige Stunden (2–5 Personen)Wochen bis Monate
AnschaffungskostenAb ca. 750 – 2.200 €Ab ca. 5.000 € (Eigenbau) bis über 50.000 €
BaugenehmigungUnter 75 m² i. d. R. nicht erforderlichIn der Regel erforderlich
MobilitätJederzeit versetzbarStandortgebunden
MaterialFeuerverzinkter Stahl, PVC (550–900 g/m²)Holz, Stahl, Beton
WinterfestigkeitGut (mit Windschutz und Einstreu)Sehr gut (bessere Dämmung)
LuftzirkulationSehr gut (offene Bauweise)Gut (bei richtiger Planung)
LebensdauerCa. 10–15 Jahre (planenpflichtig)20–30+ Jahre
Geeignet fürPächter, Sommerweide, flexible HaltungEigentümer, ganzjährige Herdenhaltung

Quellen: Profizelt24, Offenstall.org

Vorteile eines Weidezelts

Ein Weidezelt bietet gegenüber einem festen Offenstall einige klare Vorteile – vor allem in Sachen Flexibilität und Kosten.

Keine Baugenehmigung nötig: Weidezelte gelten rechtlich als sogenannte fliegende Bauten. Unter einer Grundfläche von 75 m² ist in den meisten Bundesländern keine Baugenehmigung erforderlich. Das spart Zeit, Geld und den Gang zum Bauamt. Wer Flächen nur gepachtet hat, kann das Zelt am Ende der Pacht einfach wieder mitnehmen.

Schneller Aufbau: Mit zwei bis fünf Personen steht ein Weidezelt innerhalb weniger Stunden. Die Rundbogen-Bauweise und das Stecksystem machen den Aufbau auch für Laien machbar. Ein fester Offenstall erfordert dagegen Planungszeit, Statik, Baugenehmigung und oft wochenlange Bauzeit.

Deutlich günstiger: Die Anschaffungskosten liegen bei einem Bruchteil eines gebauten Offenstalls. Selbst hochwertige Weidezelte mit schwerer PVC-Plane (ab 720 g/m²) kosten selten mehr als 2.200 €. Ein Eigenbau-Offenstall schlägt laut Offenstall.org schnell mit 5.000 € und mehr zu Buche – allein Bauholz kostet dabei bereits 2.000 bis 3.000 €.

Gute Belüftung: Durch die offene Bauweise ist die Luftzirkulation in einem Weidezelt meist besser als in geschlossenen Ställen. Schadgase wie Ammoniak, die laut den BMEL-Leitlinien auf ein Minimum reduziert werden müssen, können so gar nicht erst entstehen. Für zusätzlichen Schutz bei starkem Wind lassen sich Windschutznetze am Weidezelt nachrüsten.

Vorteile eines festen Offenstalls

Trotz der Flexibilität eines Weidezelts hat ein fester Offenstall in bestimmten Bereichen die Nase vorn.

Mehr Stabilität und Langlebigkeit: Eine Holzkonstruktion mit Fundament hält Jahrzehnte. Die Bausubstanz ist robuster gegenüber extremen Wetterereignissen und muss nicht wie eine PVC-Plane nach einigen Jahren ersetzt werden.

Bessere Strukturierung: Ein fest gebauter Offenstall lässt sich leichter in Funktionsbereiche unterteilen – etwa eine separate Liegefläche, einen Fressbereich und eine Krankenbox. Das ist besonders bei größeren Herden wichtig, damit auch rangniedere Pferde ausreichend Ruhe finden. Die FN empfiehlt dafür eine klare Trennung der Funktionsbereiche Fressen, Trinken und Liegen.

Höherer Wiederverkaufswert: Ein Grundstück mit einem genehmigten Offenstall hat einen deutlich höheren Wert als eine leere Wiese. Wer langfristig in sein Grundstück investieren möchte, profitiert von einem soliden Stallbau.

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Die Frage nach der Baugenehmigung ist für viele Pferdehalter ein entscheidendes Kriterium. Die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde, grundsätzlich gilt jedoch:

Weidezelte gelten als fliegende Bauten und sind in den meisten Bundesländern unter 75 m² Grundfläche genehmigungsfrei. Sie haben keine feste Bodenverbindung und können jederzeit versetzt werden. Für einen festen Offenstall hingegen ist laut GROHA – einem Anbieter für Stallbau – in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich. Dabei müssen Bauantragsunterlagen mit Statik und Konstruktionszeichnungen eingereicht werden. Laut Offenstall.org kosten allein die Unterlagen vom Fachmann bereits 300 bis 500 €.

Für Nichtlandwirte kann die Genehmigung besonders schwierig werden. In Foren berichten Pferdehalter regelmäßig, dass Baugenehmigungen für private Offenställe kaum zu bekommen sind. Ein Weidezelt umgeht dieses Problem elegant.

Was kosten Weidezelt und Offenstall im Vergleich?

Der Kostenunterschied zwischen den beiden Lösungen ist erheblich. Die folgenden Orientierungswerte basieren auf aktuellen Marktpreisen und Erfahrungsberichten:

Weidezelt: Einfache Modelle starten bei rund 750 €. Hochwertige Weidezelte in Größen ab 6 × 6 m mit schwerer PVC-Plane liegen bei 1.100 bis 2.200 €. Hinzu kommen Kosten für Erdanker, hochwertige PVC-Planen als Ersatz und eventuell Windschutznetze.

Offenstall (Eigenbau): Laut einer Kostenaufstellung von Offenstall.org summieren sich die Materialkosten für einen einfachen Offenstall mit rund 42 m² Grundfläche auf mindestens 5.000 €. Dabei entfallen allein 2.000 bis 3.000 € auf Bauholz, 400 bis 500 € auf Beschläge und Schrauben sowie rund 900 € auf Bodenbelag (Ecoraster). Dazu kommen Kosten für die Statik, den Bauantrag und gegebenenfalls Handwerker.

Offenstall (Profi-Bau): Für einen professionell errichteten kleinen Pferdestall (ca. 90 m²) nennt das Portal Hausjournal.net Gesamtkosten von 50.000 bis 100.000 €. Große Anlagen können laut dem Stallausstatter Alfako zwischen 45.000 und 400.000 € kosten.

Kann ein Weidezelt den Offenstall ersetzen?

In vielen Fällen kann ein Weidezelt tatsächlich die Funktion eines Offenstalls übernehmen. Entscheidend ist, dass die tierschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt werden. Die BMEL-Leitlinien fordern für alle Pferde eine ausreichend große, trockene und verformbare Liegefläche. Diese Anforderung lässt sich auch in einem Weidezelt umsetzen – vorausgesetzt, es wird regelmäßig eingestreut und der Boden ist befestigt oder durch Paddockplatten geschützt.

In Pferdeforen berichten zahlreiche Halter von positiven Erfahrungen mit Weidezelten als ganzjährigem Offenstall. Wichtig ist dabei eine sturmsichere Verankerung mit massiven Erdnägeln sowie ein Windschutz an der Wetterseite. Manche Halter verkleiden die Innenseiten zusätzlich mit Holz für mehr Stabilität und Wärmedämmung.

Für Pächter, saisonale Weidehaltung oder als Übergangslösung, bis ein fester Stall gebaut ist, stellt das Weidezelt eine ideale und kostengünstige Alternative dar.

Für wen eignet sich welche Lösung?

Die Wahl zwischen Weidezelt und festem Offenstall hängt von der individuellen Situation ab. Hier eine Orientierungshilfe:

Ein Weidezelt eignet sich besonders für: Pferdehalter, die Weideflächen nur gepachtet haben. Wer eine flexible, kostengünstige Lösung sucht. Halter, die keine Baugenehmigung bekommen oder den Aufwand scheuen. Als Ergänzung auf der Sommerweide oder für die Übergangszeit. Kleine Herden von ein bis vier Pferden. Wer mehr über die richtige Weidezelt-Größe pro Pferd erfahren möchte, findet bei uns eine detaillierte Übersicht mit Berechnungsformeln.

Ein fester Offenstall eignet sich besonders für: Grundstückseigentümer mit langfristigen Plänen. Größere Herden ab fünf Pferden, die mehrere Funktionsbereiche brauchen. Betreiber von Pensionsställen. Halter, die Wert auf maximale Langlebigkeit und Wiederverkaufswert legen.

Häufige Fragen zu Weidezelt und Offenstall

Ist ein Weidezelt genehmigungsfrei?

Weidezelte gelten als fliegende Bauten ohne feste Bodenverbindung. Unter 75 m² Grundfläche sind sie in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei. Die genauen Regelungen variieren je nach Gemeinde – im Zweifelsfall lohnt sich eine Rückfrage beim zuständigen Bauamt.

Wie viel kostet ein Weidezelt für Pferde?

Je nach Größe und Qualität liegen die Kosten zwischen rund 750 € für einfache Modelle und etwa 2.200 € für große, hochwertige Ausführungen mit schwerer PVC-Plane. Hinzu kommen eventuelle Kosten für Zubehör wie Erdanker, Windschutznetze oder ein Tor für das Weidezelt.

Kann ein Weidezelt ganzjährig als Offenstall genutzt werden?

Ja, viele Pferdehalter nutzen ihr Weidezelt erfolgreich als ganzjährigen Unterstand. Voraussetzung ist eine stabile Verankerung, ausreichende Einstreu, ein befestigter Boden und gegebenenfalls ein Windschutz an der Wetterseite. Die PVC-Plane ist wasserdicht und UV-beständig, sodass auch Regen und Schnee kein Problem darstellen.

Wie groß muss ein Weidezelt pro Pferd sein?

Als Orientierung dient die Formel aus den BMEL-Leitlinien: (2 × Widerristhöhe)² pro Pferd als Liegefläche. Für ein Großpferd mit 1,70 m Widerristhöhe ergibt das rund 11,6 m². In der Praxis sollte man mit mindestens 10–12 m² pro Pferd kalkulieren.

Was ist langlebiger – Weidezelt oder Offenstall?

Ein fester Offenstall aus Holz hält bei guter Pflege 20 bis 30 Jahre oder mehr. Ein Weidezelt mit feuerverzinktem Stahlgestell und hochwertiger PVC-Plane hat eine Lebensdauer von etwa 10 bis 15 Jahren. Die Plane muss dabei möglicherweise früher ersetzt werden als das Gestell.

Welche Vorteile hat ein verzinktes Weidezelt?

Ein feuerverzinktes Stahlgestell ist korrosionsbeständig und deutlich langlebiger als unverzinkter Stahl. Gerade bei ganzjährigem Einsatz im Freien schützt die Verzinkung vor Rost durch Regen, Schnee und Feuchtigkeit.

Bietet ein Weidezelt genug UV-Schutz für Pferde?

Hochwertige PVC-Planen sind UV-beständig und blocken einen Großteil der schädlichen Sonnenstrahlung ab. Gerade für Pferde, die zu Sonnenbrand neigen, ist ein Weidezelt mit guter Plane eine wirksame Schutzmaßnahme.

Fazit: Weidezelt oder Offenstall – die richtige Wahl hängt von deiner Situation ab

Im Vergleich Weidezelt vs. Offenstall gibt es keine pauschale Antwort. Beide Systeme bieten Pferden artgerechten Witterungsschutz und können die Anforderungen der BMEL-Leitlinien erfüllen. Ein Weidezelt punktet mit Mobilität, niedrigen Kosten und dem Wegfall der Baugenehmigung – perfekt für Pächter, kleinere Herden und flexible Weidehaltung. Ein fester Offenstall ist die bessere Wahl für Grundstückseigentümer, größere Betriebe und alle, die eine dauerhafte Lösung mit maximaler Langlebigkeit suchen.

Wer einen mobilen Schutz für die Weide sucht, findet im Weidezelt eine bewährte und kostengünstige Lösung, die sich in der Praxis vielfach bewährt hat.

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von rund-helden.de erstellt und basiert auf eigener Recherche, Herstellerangaben sowie den offiziellen BMEL-Leitlinien zur Pferdehaltung (Stand 2025).

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